Die Deutschen und ihr Bargeld

Bargeld bräuchten die Verbraucher in Deutschland rein technisch längst nicht mehr. Doch die Bundesbürger hängen an ihren Scheinen und Münzen. Anderorts ist die bargeldlose Welt fast Realität.

Den Einkaufskorb im Supermarkt per Smartphone bezahlen, den Kaffee in der Eisdiele per App. Was viele deutsche für Zukunftsmusik halten oder strikt ablehnen, ist vielerorts auf der Welt schon Wirklichkeit.
Gerade in Skandinavien und den Schwellenländern wächst das bargeldlose Zahlen rasant.

In Indien zum Beispiel werde das digitale Zahlen spätestens 2022 das Bargeld ablösen.
Doch die Deutschen lieben ihr Bargeld. Als Wolfgang Schäuble Obergrenzen für Bares gegen Kriminalität ins Spiel brachte, schlugen die Wellen hoch. Einige fürchteten gleich die Abschaffung.
In kaum einer anderen Nation auf der Welt wird so gerne mit Scheinen und Münzen gezahlt wie in Deutschland. Nur rund jede zwanzigste Zahlung wird in Deutschland per Kreditkarte abgewickelt.
Laut einer Studie trugen die Deutschen 2016 durchschnittlich 103 Euro Bargeld in ihrer Tasche. Der durchschnitt in allen anderen Europäischen Ländern liegt bei 65 Euro.

Wegen der Liebe zum Bargeld hinkt Deutschland auch beim bargeldlosen Zahlen hinterher. Restaurantbesuche und Lebensmittel werden in Deutschland mehr als doppelt so oft bar bezahlt wie im Rest von Europa.
Zudem hätten viele Verbraucher Bedenken von Bargeldlosen Zahlungsmitteln wie zum Beispiel Kreditkarte oder Smartphone. Nur ein Viertel der Verbraucher glaubt, das bargeldlose Zahlungen sicher sind.

In den USA, England und Skandinavien sind Kreditkarten selbst für kleine Beträge üblich. Statt Geldbörse haben die Leute dort nur noch eine Kreditkarte in der Tasche.
Ein Umfrageinstitut in den USA hat einmal folgende Frage gestellt:
„Wie hast du zuletzt bezahlt?“
70% Antworteten „mit Karte“, nur 15% Antworteten „mit Bargeld“.
Einige Restaurants in den USA, England und Skandinavien akzeptieren gar kein Bargeld mehr. Das Gegenteil ist zum Beispiel Berlin, wo es bei vielen Restaurants und Bars „Nur Bargeld“ heißt.

Auf der Karte von Flippin Burgers in Stockholm steht „We are a cash free Restaurant“ („Wir sind ein Bargeldloses Restaurant). Für viele Gäste kein Problem, nur Touristen aus Deutschland sind manchmal überrascht.
Auch das Sparschwein in den Kinderzimmern in Schweden hat ausgedient, weil Taschengeld schon bei den kleinsten auf das Konto überwiesen wird. Sogar auf dem Flohmarkt zahlen viele Schweden inzwischen bargeldlos. Am meisten mit dem Smartphone.

Technisch gesehen bräuchte auch in Deutschland kaum jemand das Bargeld. In einigen Supermärkten können Verbraucher kontaktlos kleinere Beträge bezahlen, indem sie ihre Kreditkarte ohne PIN oder Unterschrift an Terminals halten.
Dass sich das bargeldlose Zahlen in der Breite noch nicht durchsetzt liegt aber nicht nur an den Verbrauchern. Viele Geschäfte oder Restaurants akzeptieren nur Bargeld und im Einzelhandel mangelt es oft an Terminals zum bargeldlosen Zahlen per Kreditkarte oder Smartphone.
Selbst Paypal, der Bezahldienst Nummer eins im Internet, nutzen in Deutschland nur ein viertel (19 Millionen) der Bevölkerung.

Wie Zahlt ihr in Supermärkten oder Restaurants? Mit Bargeld oder per Smartphone oder Kreditkarte? Schreibt mir hier oder auf meiner Facebook Seite einen Kommentar.

 

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