Was ist Instant-Payment der Banken?

Eigentlich sind Echtzeit-Überweisungen nichts neues, denn sie sind in Deutschland schon seit November 2017 möglich. Bislang bot allerdings nur die HypoVereinsbank das schnelle Überweisung-Verfahren an.
Seit dem 10. Juli 2018 können nun auch 50 Millionen Sparkassen-Kunden das sogenannte Instant Payment nutzen.

Wie aber Funktioniert Instant Payment?
Bankkunden der HypoVereinsbank oder Sparkassen können den Dienst im Online-Banking sowie bei Überweisung in der Sparkassen-App auf dem Smartphone auswählen. Ist die Überweisung erfolgreich, taucht sie automatisch als Belastungsbuchung auf. Ist die Echtzeit-Überweisung nich möglich, erhalten Kunden mit der TAN-Aufforderung einen Hinweis und können ohne Neueingabe der Daten eine Standard-Überweisung beantragen. Gibt es einen Fehler nach der TAN-Eingabe, so erhalten Kunden unmittelbar zur Belastung wieder eine Gutschrift.

Was sind die Unterschiede zur Standard-Überweisung?
Die Standard-Überweisung braucht in der Regel einen Werktag und ist an die Geschäftszeiten der Banken gebunden. Dafür gibt es keine Betragsgrenze. Echtzeit-Überweisungen sind hingegen anfangs auf 15.000 Euro pro Transaktion begrenzt. Außerdem erfährt der Kontoinhaber binnen Sekunden, ob die Überweisung erfolgreich war. Bei einer Standard-Überweisung kann es Tage dauern, bis das Geld nach einer fehlerhaften Buchung zurück ist.

Was bedeutet Echtzeit?
Innerhalb von 20 Sekunden soll das Geld auf dem Konto es Empfängers eingehen und zwar zu jeder Tages-und Nachtzeit, versprechen zumindest die Sparkassen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Banken an dem System teilnehmen. Eine Instant-Payment-Zahlung auf der Basis einer Sepa-Überweisung kommt in der Regel nur zustande, wenn die Sender-und die Empfängerbank diese Funktion auch anbietet. Der Auftrag kann dann per Online-Banking oder Smartphone-App erteilt werden.

Was kostet der Dienst?
Je nach Sparkasse unterscheiden sich die Preise. So verlangt etwa die Sparkasse Köln/Bonn für Privatkunden je nach Girokonto entweder nichts oder 60 Cent. Die Berliner Sparkasse verlangt zwischen 25 und 55 Cent je Transaktion. Echtzeit-Überweisungen mit der Geldsendefunktion „Kwitt“ der Sparkassen-App sind kostenlos.

Wer nimmt am Instant-Payment System teil?
Vorreiter war in Deutschland die HypoVereinsbank. Warten müssen hingegen Kunden der Deutschen Bank, diese führt den Dienst erst im November ein. Die Genossenschaftsbanken wollen den Dienst im ersten Halbjahr 2019 einführen. Zu dieser Finanzgruppe gehören Volks-und Raiffeisenbanken, PSD-Banken, Sparta-Banken usw. Noch 2018 führt wohl auch die deutsche Santander Bank den Dienst ein.
Schon länger nehmen die Santander Bank aus Spanien, ING Bank aus den Niederlanden und die UniCredit aus Italien am System teil. Über kurz oder lang werden wohl alle Bankhäuser den Dienst anbieten.

Welche Konkurrenz gibt es?
Viele Kunden, vor allem die Online Einkaufen, bezahlen lieber mit Paypal. Und der US-Konzern gibt eine Menge Geld aus, um bei allen Onlinehändlern prominent als Bezahlsystem angeboten zu werden, am besten auf Platz 1. Noch wenig als Zahlungsmittel aber komplett dezentral ist die Kryptowährung Bitcoin. Hier sind auch Echtzeit-Überweisungen weltweit möglich, und das ohne eine zentrale Stelle wie zum Beispiel Banken.

Für die Aufholjagd der deutschen Banken ist also also höchste Zeit. Auch weil kürzlich Google Pay in Deutschland gestartet it und der Druck auf die Heimischen Banken noch steigen wird.
Zwar profitieren von Google Pay erst einmal nur Kunden und Kundinnen der Commerzbank, der comdirekt Bank, N26 Bank und der Mobile-Payment App Boon.
Auf dem Weg der Aufholjagd gibt es nur eine Hürde: die Kosten! Fast alle teilnehmenden Banken lassen sich wie oben geschrieben den Dienst extra bezahlen.

Schneller ist da Paypal. Der Anbieter ist beim schnellen Verschicken von Geld an Freunde oder auch an Händler deswegen so erfolgreich, weil es für den Endkunden in der Regel kostenlos ist.
Zudem genießen Paypal-Kunden auch noch den Service, dass Paypal Liefer-und Rechnungsadresse an den Onlinehändler übergibt. So müssen sich Kunden bei neuen Shops nicht einmal mehr anmelden und genießen den Käuferschutz von Paypal.

Wenn deutsche Banken angesichts dieser Konkurrenz meinen, sie könnten Geld verlangen, damit ihre Überweisungen nicht mehr tagelang unterwegs sind, dann haben sie den Schuss nicht gehört! Denn für viele Kunden ist es inzwischen normal, kostenlos zu Überweisen und das in Echtzeit.
Die Banken müssen Aufwachen!

Was hälst du von der Echtzeitüberweisung der HypoVereinsbank oder der Sparkassen? Wirst du Instant Payment nutzen oder versendest du dein Geld schon per PayPal oder Bitcoin? 
Ich freue mich auf deine Meinung in den Kommentaren.

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