Wie sieht unsere Arbeitswelt in 10 Jahren aus?

Die zunehmende Digitalisierung und neue Technologien wie Virtuell-Reality Brillen, 3D-Druck und Roboter werden unsere Arbeitswelt in den nächsten 10 Jahren stark verändern.
Statt nach einer Work Life Balance zu streben werden wir dann ein Work Life Blending haben, also die Verschmelzung von Privat- und Arbeitsleben.


Die erste Revolution unserer Arbeit hat die Handarbeit ersetzt. Zuerst mit der Dampfmaschine, dann das Fließband. Die zweite große Revolution, dir wir jetzt gerade erleben, wird unsere Intelligenz zuerst unterstützen und später wahrscheinlich ersetzen mithilfe von Künstlicher Intelligenz, Machine Learning und Algorithmen.

Die Arbeit wird uns aber nicht ausgehen. Sie wird sich aber radikal wandeln!
Einfache Tätigkeiten werden mehr und mehr automatisiert. Das ganze hat schon heute begonnen.
In Produktionswerkstätten werden Roboter die Aufgaben übernehmen, in anderen Bereichen, wie der Sachbearbeitung im Büro werden sie immer seltener von Menschen erledigt, sondern die Künstliche Intelligenz wird immer mehr ihre Aufgabe übernehmen.
Unsere Aufgaben hingegen werden die sein, die Kreativität und Empathie erfordern.

In der Industrie Arbeiten schon heute Roboter mit uns Seite an Seite. Und das wird weiterhin zunehmen.
Im kommenden Jahrzehnt wird sich besonders die Virtual-Reality-Technologie dort verbreiten. In der Fertigung werden die VR-Brillen den Produktionsprozess erleichtern, weil der Arbeiter das zu fertigende Produkt unterwegs anschauen kann oder weil bei der Wartung von Geräten in Echtzeit zusätzliche Daten zur Verfügung gestellt werden können.

Eine weitere Technologie, die schon heute teilweise eingesetzt wird, der 3D-Druck.
In der Zahntechnik kommen zum Beispiel schon heute die ersten Prothesen aus dem Drucker, genauso wie kleinste Bauteile in der Hörgeräte Akustik. Das ist erst der Anfang.
In zehn Jahren wird die 3D-Produktion in Industrie und Handwerk Standard sein. Außerdem wird es dann auch schon die ersten 3D-Drucker im Privaten Haushalten geben.

Solche 3D-Experimente sind mehr als nur eine Spielerei. Langfristig werden nur die Unternehmen überleben, die digitalisieren.
Schon in wenigen Jahren werden wir in allen Bereichen, die zum Kundenservice gehören, über Bots kommunizieren und Aufträge per Sprachsteuerung durch einen Sprachassistenten wie zum Beispiel Amazon Echo oder Google Assistant in Auftrag geben.
Wer dann nicht im Netz auffindbar ist, wird in der Unsichtbarkeit und damit in der Bedeutungslosigkeit versinken!

In der nicht-technischen Arbeitswelt kommen diese Umwälzungen der Digitalisierung etwas langsamer auf uns zu.
Aber auch hier sind bereits erste VR-Brillen im Einsatz. Zum Beispiel im Verkauf, in Autohäusern oder in Reisebüros. Je ausgereifter die Technik wird, umso selbstverständlicher wird das für uns werden, eine VR-Brille aufzusetzen und im Reisebüro zum Beispiel virtuell durch das Hotel zu spazieren, das wir buchen wollen.

Wird die Arbeit der Zukunft also einfacher werden, weil wir eine Arbeitserleichterung durch die Technologie bekommen?
Ein Beispiel: Wie wäre es, wenn wir ein Einfamilienhaus in 24 Stunden „Drucken“ können?
Oder wird die Arbeit anspruchsvoller sein?
Work Life Blending, also die Tatsache, dass wir unsere Arbeit digital von allen Orten erledigen können und uns dadurch der Feierabend verloren geht, frisst die Erleichterung durch Technologien und Automatisierung wohl wieder auf.
Das gilt vor allem für die Menschen, die hauptsächlich mit dem Kopf Arbeiten.
Die Arbeit wird immer vernetzter und komplexer, dadurch wird sie immer mehr metal anstrengend.

Wenn uns dieser Zustand nicht krank machen soll, werden wir lernen müssen damit umzugehen und Grenzen zu setzen. Auch an technologischer Regulierung wird bereits getüftelt, wo eine Software selbständig erkennt, ob ein Anruf auf dem Smartphone wichtig ist oder nicht.
Auch die Unternehmen werden sich stark verändern. Je komplexer die Welt wird, umso mehr wird sich ihre innere Komplexität erhöhen.
Mitarbeiter werden zunehmend in wechselnden Teams projektbasiert zusammenarbeiten.

Was wir vor allem auch sehen werden: Dass Arbeit flexibler wird. Teilzeit oder befristete Beschäftigung werden weiter zunehmen. Weil durch Roboter sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten übernommen werden und Beschäftigungsverhältnisse in ihrer Dauer kürzer werden, können wir über die Zukunft unserer Arbeit nicht sprechen, ohne nicht auch die Frage zu vertiefen, wie wir das finanzieren werden und wie wir soziale Absicherung gestalten werden.
Die Arbeitswelt der Zukunft wird uns wesentlich mehr Flexibilität und Mobilität abverlangen.

Daraus wird auch deutlich, welchen Stellenwert Lernen in der Arbeitswelt der Zukunft einnehmen wird. Wir werden konstant lernen müssen, uns permanent auf stetig sich wandelnde Umgebungen einstellen müssen.
Ein großer Teil der heutigen Grundschüler werden in zehn Jahren in Berufen tätig sein, die wir heute noch nicht kennen und die vielleicht sogar noch nicht erfunden sind.
Lernen und Arbeiten wird eng verankert sein.
Außerdem wird Befristung und Teilzeit normal sein.

Unsere Arbeitswelt in 10 Jahren wird flexibler und schnelllebiger sein. Sie wird herausfordernd und verdichtet sein und wir werden uns mit immer komplexerer Technologie auseinandersetzen müssen.
Doch gleichzeitig wird es vielleicht auch eine Arbeitswelt, die dem Menschen mehr Gestaltungsmöglichkeiten bietet, je nach Wunsch und Lebensphase.
Einige Experten sagen: „Wir werden nie wieder eine Zeit Erleben, in der die Veränderung so langsam vor sich gehen wird wie heute“.
Wenn wir tatsächlich davon ausgehen, dass die beschriebenen Entwicklungen wir Virtual Reality, Künstliche Intelligenz und 3D-Druck exponentiell verlaufen, dann stehen wir gerade am Beginn einer Explosion von Technik und Möglichkeiten. Eine nie dagewesene Vielfalt kommt auf uns zu. Das ist eine Chance aber auch Risiko zugleich.

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Wie siehst du die Arbeitswelt in 10 Jahren?
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